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Den Gebrauchtkleidern
auf der Spur.
14 Kolpinger hatten sich am ersten Donnerstag der Herbstferien aufgemacht, um das Gebrauchtkleiderwerk in Etten-Leur bei Breda zu besichtigen, an dem das Kolpingwerk Deutschland mit 20 Prozent beteiligt ist. Hier werden die Kleiderspenden aus Xanten sortiert und der Weiterverarbeitung zugeführt.
Seit Januar 2017 sortieren 50 Beschäftigte der Firma „Respect Textiles“ hier täglich ca. 35 Tonnen Kleider u.a. aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Belgien, Österreich und Dänemark. Die Xantener hatten – geführt von Geschäftsführer Ben Kraa – die Möglichkeit, den Weg der Kleider durch das Werk zu verfolgen.
45 verschiedene Artikel werden sortiert: vom Plüschtier bis zum Anzug. Im zweiten Arbeitsschritt werden dann die unterschiedlichen Qualitäten sortiert. Das erfordert von den Angestellten viel Erfahrung und Geschick. Ziel ist es, 98% der angelieferten Ware  wieder zu verwenden. Die Empfänger befinden sich vornehmlich in Osteuropa und Afrika, in der Putzlappenindustrie und im Recyclingwerk.
Die angelieferten Schuhe werden ebenfalls sortiert: nach Kinder- , Männer- und Frauenschuhen und nach Zielland. Die Winterboots gehen in den Osten, die Sandalen nach Afrika. Dort, so erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Besichtigung, leben 30% der Bevölkerung vom Handel mit Gebrauchtkleidern, die von 70% der Menschen dort getragen werden.
Die Beschäftigten im Werk kommen zu ca. 75% aus Polen. Sie haben die Möglichkeit, in den Niederlanden das Drei- bis Vierfache des polnischen Lohns zu erzielen. Die meisten sind bereits mehrere Jahre in der Firma tätig.
Am Ende wird die sortierte Kleidung je nach Zielland zu Ballen unterschiedlicher Dicke und Schwere gepresst und so für den Versand vorbereitet. Der Abtransport erfolgt mit  LKW in Richtung Osten und zu den Häfen Antwerpen oder Rotterdam für den Transport nach Übersee.
Nach einem leckeren Mittagessen, zu dem die Gruppe von „Respect Textiles“ eingeladen war, ging die Fahrt weiter nach Rotterdam. Dort stand die Besichtigung des größten europäischen Hafens auf dem Programm. Es war schon beeindruckend, die moderne Skyline von Rotterdam und die vielen Schiffe – große Überseefrachter aber auch Binnenschiffe – zu betrachten.
Am Abend erreichte man dann wohlbehalten die Xantener Heimat, um das Wissen reicher, was mit den Xantener Gebrauchtkleidern geschieht.
Text und Fotos: Michael Lammers.    
 
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Die Xantener Kolpinger vor versandfertigen Gebrauchtkleidern.
 
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So sieht eine Sortierstation aus.
 
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Bis unter die Decke stapeln sich hier nicht mehr tragfähige Jeans-Hosen, die zu Putzlappen verarbeitet werden.
 
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Kolpingsfamilie Xanten      seit 1878