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Xanten: Kolping-Leisten für soziales Engagement
RP Nachricht vom 30. Mai 2018, von Heinz Kühnen.
Die Xantener Vereinigung vergibt einen Preis für Vorbilder im Handwerk. In diesen Tagen werden die Bewerbungsunterlagen verschickt. Partner sind die Volksbank Niederrhein, die Kreishandwerkerschaft und die Rheinische Post.
Die Handwerksbetriebe im Kreis Wesel erhalten in diesen Tagen einen besonderen Brief der Kreishandwerkerschaft: die Ausschreibung für einen Preis der Xantener Kolpingsfamilie. Die zeichnet mit dem "Goldenen Leisten" besondere soziale Leistungen im Handwerk aus. Das Preisgeld: 1500 Euro. Einzige Voraussetzung: Der Preisträger muss irgendwie mit Xanten in Verbindung stehen..
2500 Flyer mit den Vorschlags-Unterlagen will die aktuell 239 Mitglieder zählende Gemeinschaft in den nächsten Wochen an den Mann bringen. Adressaten, so René Schneider, Sprecher des Leitungsteams im Gespräch mit unserer Redaktion, seien eben Betriebe, aber zum Beispiel auch Schulen, soziale Einrichtungen oder Verwaltungen. "Aus allen Teilen der Bevölkerung können unabhängig von irgendeiner Konfession Vorschläge gemacht werden", betont der evangelische SPD-Landtagsabgeordnete, der die Kolpingsfamilie damit ganz eng an den Zielen des Gründers der Vereinigung sieht.
Der katholische Priester und gelernte Schuhmacher Adolph Kolping, der von 1813 bis 1865 lebte, hatte das nach ihm benannte Sozialwerk für wandernde Gesellen in Köln gegründet. In diesem Sinne werden nun auch beispielhafte Bemühungen insbesondere um junge und benachteiligte Menschen im Handwerk belohnt. Schneider: "Das kann ein Berufsschullehrer, ein Ausbildungsbetrieb, ein Prüfer oder zum Beispiel auch ein Geselle sein, der einem Auszubildenden über die Klippe der Prüfungen hilft." Die Vorgeschlagenen, so heißt es in der Ausschreibung des Preises, müssen allerdings "einen geografischen, persönlichen oder ideellen Bezug zu Xanten aufweisen".
Und das dürfte dann doch ein weiter Kreis sein, sodass Schneider eine hohe Beteiligung erwartet. Zumal das Preisgeld, das die Volksbank Niederrhein einbringt, nicht von schlechten Eltern ist. Die Bank ist gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft und der Rheinischen Post Partner der Aktion. Eine neunköpfige Jury wird über den Preisträger entscheiden, der dann am Freitag, 30. November, in der Aula der Xantener Marienschule ausgezeichnet wird. Wobei sicherlich auch der seit Kurzem feststehende Festredner des Abends einen Besuch der Veranstaltung wert ist: Antonius Habers, Direktor des katholischen Büros NRW bei der Landesregierung in Düsseldorf.
Der in Heggen (Lennenstadt) im katholischen Sauerland aufgewachsene Priester hatte zunächst Jura studiert, seinen Doktor gemacht und beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in Köln und Berlin als Referent gearbeitet, bis er sich mit 31 Jahren der Sinnfrage stellte. Daraufhin studierte er in Münster und Rom katholische Religion und Kirchenrecht, wurde 2008 zum Priester geweiht, war Kaplan in Mettingen und von 2011 an für die Polizeiseelsorge im Bistum Münster zuständig - mit einem Lehrauftrag an der Deutschen Polizeihochschule für angehende Führungskräfte in Münster im Fach Berufsethik.
Mit einem zweiten Lehrauftrag im Kirchenrecht ist er an der Universität Münster tätig sowie zudem Richter am bischöflichen Offizialat (Kirchengericht). Und seit Juli 2014 leitet er die Kontaktstelle der NRW-Bistümer zur Landesregierung, den Ministerien, Parteien, Institutionen und Verbänden sowie den evangelischen Landeskirchen in Düsseldorf. Er ist damit auch zuständig für die Stellungnahmen zu allen Gesetzesvorhaben in NRW.
Und er kommt gern nach Xanten, weiß Schneider: "Als sogenannter Kofferkaplan war er nach seiner Priesterweihe unter anderem kurze Zeit am Dom tätig."
 
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Kolpingsfamilie Xanten      seit 1878